Eine Untersuchung zur Handynutzung an Hamburger Schulen
Forschungsfrage: Wie wird an weiterführenden Schulen in Hamburg mit der Nutzung privater
Endgeräte von Schüler*innen umgegangen?
Forschungswerkstatt: „Medienbildung im Fachunterricht. Games, Tools und Medienkompetenz“ 2024/25 – Andreas Hedrich
Autor*innen: Katharina Wenzel und Jan Scheider
Zusammenfassung: In Deutschland gibt es im Unterschied zu Nachbarländern wie Frankreich oder den Niederlanden keine einheitliche Regelung wenn es um die Handynutzung in der Schule geht. Jede Schule muss mehr oder weniger selber einen Umgang mit den privaten Endgeräten der Schülerinnen und Schülern finden. Laut der Pisa Studie von 2022 benutzen 66% der Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone während der Schulzeit bis zu einer Stunde oder mehr, was zeigt wie präsent das Smartphone in der Schule ist. Wir haben uns gefragt, wie Hamburger Schulen mit diesem Thema umgehen und wie häufig in Zeiten in dem die Medienkompetenz der Schüler*innen im Fokus ist mit kompletten verboten gearbeitet wird.
Methode: Eine Umfrage wurde via LimeSurvey an 129 weiterführende Schulen in Hamburg gesendet. Dafür wurde die öffentlich zugängliche Schulmailadresse benutzt. In dem Fragebogen wurden zunächst grundlegende Informationen zu Schule selbst abgefragt: In welchem Bezirk sich die Schule befindet, wie viele Schülerinnen und Schüler diese Schule besuchen und welcher Schultyp vorliegt (Stadtteilschule oder Gymnasium). Anschließend wurde nach der aktuellen Regelung zur Handynutzung in der Schule gefragt: Es wurde erhoben, ob ein generelles Verbot, eine eingeschränkte oder möglicherweise gar keine Reglementierung existiert. Außerdem wurde abgefragt, welche Gründe zu einem (eingeschränkten) Verbot führten und wie Verstöße sanktioniert werden (z. B. durch Einzug des Handys oder mündliche Ermahnungen). Auch die Durchsetzung der Regeln, beispielsweise durch Aufbewahrungssysteme oder Aushänge, wurde thematisiert. Abschließend befasste sich der Fragebogen damit, ob in naher Zukunft Änderungen bestehender Regelungen geplant sind und ob die jeweiligen Regelungen ebenfalls für Smartwatches gelten.
Ergebnisse: 57 Schulen nahmen an der Untersuchung teil, die meisten von diesen aus den Stadtteilen Altona und Wandsbek. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten weiterführenden Hamburger Schulen eine eingeschränkte Handynutzung bevorzugen und kein generelles Verbot vorliegt. Wobei beispielsweise die Handynutzung in der Unterstufe weitestgehend untersagt ist. Zu den Hauptgründen für diese Beschränkungen zählen insbesondere der Schutz der Schüler*innen und der Wunsch nach einer Förderung der sozialen Kommunikation in Pausen. Häufig liegen entsprechende Beschlüsse im Kollegium zugrunde. Bei Verstößen gegen die Regeln überwiegen eher milde Konsequenzen wie mündliche Ermahnungen oder das vorübergehende Einziehen des Handys, strengere Sanktionen wie Suspendierungen kommen hingegen selten vor. Die Schulen handhaben den Umgang mit privaten Endgeräten unterschiedlich, was vermutlich an den individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten jeder Schule liegt.
Wir empfehlen, Schüler*innen in den Prozess der Regelentwicklung einzubeziehen, um die Akzeptanz und Wirksamkeit der Maßnahmen zu erhöhen. Zudem sollten Schulen klare, transparente Regelungen etablieren, die sowohl den Schutz der Lernenden als auch ihre Medienkompetenzentwicklung berücksichtigen. Wichtig ist hierbei, dass diese Regelungen regelmäßig evaluiert und bei Bedarf angepasst werden, um möglichst passgenau auf die Bedürfnisse der Schülerschaft einzugehen und gleichzeitig den Lernerfolg zu sichern.