Eine Untersuchung zur typgerechten Nutzung digitaler Medien bei der Vorbereitung auf Mathematik-Klausuren

Forschungsfragen:

  1. Wie nutzen verschiedene Lerntypen digitale Medien zur Klausurvorbereitung?
  2. Welche Herausforderungen gibt es bei der Nutzung digitaler Lernplattformen?

Forschungswerkstatt:
„Medienbildung im Fachunterricht. Games, Tools und Medienkompetenz“ 2024/25 – Andreas Hedrich

Autor: Kashif Ahmed

Zusammenfassung:
Digitale Medien wie Lernvideos, Apps oder KI-basierte Tools sind inzwischen fester Bestandteil der Lernkultur vieler Schülerinnen – besonders bei der Vorbereitung auf Mathematik-Klausuren. Doch trotz der Vielzahl an Angeboten stellt sich die Frage: Passen diese Lernmittel wirklich zu jedem Lernenden? In meiner Forschung habe ich untersucht, welche digitalen Medien für welche Lerntypen besonders geeignet sind – und wie diese Angebote verbessert werden können, um Lernen effizienter und motivierender zu gestalten.
Dazu wurden acht Schüler
innen befragt, deren Lerntypen mithilfe des VARK-Fragebogens bestimmt wurden. Ziel war es, nicht nur individuelle Nutzungsmuster zu erfassen, sondern auch konkrete Herausforderungen und Optimierungspotenziale digitaler Lernangebote herauszuarbeiten.

Ergebnisse

Ableitungen:

  • YouTube & Lernvideos werden von visuellen und auditiven Lerntypen als hilfreich empfunden, bieten jedoch wenig Interaktion – was oft zu Verständnisproblemen führt.
  • KI-Tools unterstützen besonders den lesen/schreiben-orientierten Lerntyp, liefern aber manchmal unvollständige oder unstrukturierte Inhalte.
  • Interaktive Aufgabenformate sind ideal für kinästhetische Lerner*innen, spiegeln jedoch selten das Niveau oder die Struktur realer Prüfungen wider.

Handlungsempfehlungen:

  • Einheitliche & klar strukturierte Erklärungen, um Missverständnisse zu vermeiden und Orientierung zu schaffen.
  • Mehr Interaktionsmöglichkeiten, z. B. durch Live-Q&A oder KI-basierte Tutorensysteme, die Rückfragen ermöglichen.
  • Bessere Prüfungsorientierung der Inhalte, um das Gelernte direkt auf Aufgabenformate anwenden zu können.
  • Adaptive Lernsysteme, die individuelles Feedback geben, Motivation stärken und Lernerfolge transparent machen.

Fazit:
Die Ergebnisse zeigen klar: Digitale Medien wirken nicht für alle gleich – und nicht jedes Tool passt zu jedem Lernstil. Visuelle und auditive Lernende profitieren stark von Videos, benötigen aber Möglichkeiten für Rückfragen. Lesen/schreiben-orientierte Schüler*innen arbeiten gern mit textbasierten oder KI-generierten Inhalten, stoßen aber schnell an qualitative Grenzen. Und kinästhetische Lernerinnen brauchen mehr digitale Formate mit „Mitmach“-Charakter, die gleichzeitig prüfungsrelevant sind.
Die Forschung macht deutlich: Digitale Medien sollten nicht als Einheitslösung verstanden werden. Damit sie Lernende wirklich unterstützen, müssen sie strukturierter, interaktiver und individueller werden. Nur so gelingt es, das volle Potenzial digitalen Lernens auszuschöpfen – besonders im herausfordernden Fach Mathematik.