Forschungsfrage: Welche Chancen und Risiken bietet die Implikation von künstlicher Intelligenz an Schulen für die kompetenzorientierte Entwicklung der Schülerinnen und Schüler?
Forschungswerkstatt: „Medienbildung im Fachunterricht. Games, Tools und Medienkompetenz“ 2025/26 – Andreas Hedrich
Autor*innen: Henrik Holmberg
Zusammenfassung: Zwischen Angst und Aufbruch: Künstliche Intelligenz ist längst in den Klassenzimmern angekommen, ganz egal, ob die Lehrkräfte es wollen oder nicht. Generative KI, allen voran ChatGPT, wird für Hausaufgaben genutzt, Texte werden zusammengefasst, Ideen generiert und Aufgaben gelöst. Doch was bedeutet das für Schule, Lernen und Bildung? Sollte KI verboten werden, um Leistung, Denken und Eigenständigkeit zu schützen? Oder ist genau das Gegenteil nötig, nämlich eine gezielte Integration, damit Schüler:innen lernen, kompetent mit dieser Technologie umzugehen?
Methode: Um herauszufinden, wie KI im Schulalltag tatsächlich wahrgenommen wird, wurden qualitative Experteninterviews mit zwei Lehrkräften geführt.
Ergebnisse: KI verbieten? Keine Option!
Die befragten Lehrkräfte sind sich einig. Ein KI-Verbot ist weder realistisch noch sinnvoll. Schüler:innen nutzen KI ohnehin! Ein Verbot würde den Umgang damit nur unkontrolliert ins Private verlagern. Stattdessen fordern die Lehrkräfte, KI als Lernwerkzeug zu begreifen. Richtig eingesetzt, kann sie individualisiertes Feedback geben, Lernprozesse unterstützen und Lehrkräfte entlasten. Besonders im Bereich Üben, Wiederholen und Feedback sehen sie großes Potenzial.
KI als Lernpartner und nicht als Denkmaschine
Doch die Interviews zeigen auch Risiken, denn wird KI unreflektiert genutzt, kann sie Denken ersetzen statt fördern. Wenn Schüler:innen Aufgaben nur noch „generieren lassen“, geht eigenständige Leistung verloren. Deshalb betonen die Lehrkräfte, dass KI im Unterricht nicht einfach erlaubt, sondern pädagogisch begleitet werden muss. Schüler:innen müssen lernen, Ergebnisse zu hinterfragen, Fehler zu erkennen und KI kritisch zu nutzen.
Digitalisierung: Chance mit Verantwortung
Ein zentrales Thema ist der Datenschutz. Während einige Lehrkräfte sich hier von der Bildungspolitik allein gelassen fühlen, zeigen andere, dass datenschutzkonforme Lösungen möglich sind. Die Technik ist oft weiter als die Strukturen. Lehrkräfte sind bereit, neue Wege zu gehen, brauchen dafür aber klare Regeln, funktionierende Infrastruktur und Fortbildungen.
Fazit: Die Schule der Zukunft lernt mit KI und nicht gegen sie
KI verändert die Art, wie wir arbeiten und lernen. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie. Die Ergebnisse zeigen deutlich, die Lehrkräfte sind offen für Veränderung, solange sie pädagogisch sinnvoll, rechtlich abgesichert und technisch unterstützt wird.
